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Hilfe für die Flutopfer in Sachsen

Bilderberger treffen sich in Spanien Drucken E-Post
Montag, 26. April 10

ImageDas diesjährige Bilderberg-Treffen wird vom 3. bis 6. Juni im spanischen Mittelmeerort Sitges stattfinden, rund 36 km entfernt von Barcelona. Dies meldet James P. Tucker von „American Free Press“. Wie jedes Jahr werden sich rund hundert Mächtige aus Politik, Wirtschaft und Medien der USA und Europas in exklusiver Atmosphäre – streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit – zusammenfinden, um sich über die wichtigsten weltpolitischen Themen zu beraten. Eine Teilnehmerliste und eine kurze Pressemitteilung werden traditionell erst im Anschluß an den Termin veröffentlicht.

Dem Treffen voraus geht die Konferenz eines weiteren internationalen Absprachegremiums, der Trilateralen Kommission, vom 6. bis 10. Mai in Dublin. Bilderberger wie Trilaterale werden von der mächtigen Bankiersfamilie Rockefeller dominiert. David Rockefeller (94), nach eigenem Bekenntnis ein „stolzer Internationalist“, will natürlich nicht als Strippenzieher hinter den Kulissen der Weltpolitik gelten: „Das mit der Verschwörung ist kompletter Unsinn. Wir sitzen zusammen und diskutieren. Bilderberg ist eine Gruppe von Leuten, die sich um die Welt Gedanken machen und glauben, daß der Privatsektor eine wichtige Rolle dabei spielen kann, die Zeitläufte besser zu verstehen. Wir haben niemals versucht, Regierungen zu beeinflussen“ (Interview mit der Süddeutschen Zeitung, 1.4.2008).

Im letzten Jahr bildete das Luxushotel „Nafsika Astir Palace“ auf einer Landzunge nahe der griechischen Hauptstadt Athen vom 14. bis 17. Mai die pompöse Kulisse für das Stelldichein der Reichen und Einflußreichen. Es war die 57. Konferenz der Gruppe, die ihren Namen von dem Hotel de Bilderberg im niederländischen Oosterbeek hat, wo im Mai 1954 das erste Treffen stattfand. Nach der offiziellen Aufstellung haben 127 hochrangige Gäste an dem Treffen teilgenommen, darunter die Königinnen der Niederlande und Spaniens, Finanzmagnat David Rockefeller, Weltbank-Präsident Robert Zoellick, NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, Pascal Lamy (Generaldirektor der Welthandelsorganisation), Richard Perle und Paul Wolfowitz vom „neokonservativen“ American Enterprise Institute, Jean-Claude Trichet (Chef der Europäischen Zentralbank) sowie der ehemalige Vorsitzende der „Federal Reserve“ (US-Notenbank) und jetzige Obama-Chefberater in Wirtschaftsfragen Paul A. Volcker. Nicht auf der Liste war überraschenderweise Dauer-Teilnehmer Henry Kissinger, der neben Rockefeller als zentrale Figur hinter den Bilderberg-Treffen gilt.

Von Anfang an war „Diskretion“ das oberste Gebot. Die Teilnehmer bewahren strenges Stillschweigen über das, was auf den Konferenzen besprochen wird. Nur selten hat bisher ein Bilderberger sich nicht an diese Regel gehalten – meist war dabei aber nur Belangloses zu vernehmen. In den etablierten Medien ist – trotz der Präsenz auserlesener Verleger und Journalisten – traditionell keine Zeile zu lesen und kein Bild zu sehen von dem illustren Zirkel. Und das, wo doch sonst Reporter, Kameraleute und Fotografen bei jeder Gelegenheit wie eine Horde Hyänen über die Orte herfallen, wo sich „Prominente“ in glamourösem Ambiente zusammenfinden.

Demonstranten sowie kritische Beobachter und Journalisten werden auch in diesem Jahr von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten auf Distanz gehalten werden. Notfalls setzt man Presse- und Meinungsfreiheit einfach mal außer Kraft. 2009 wurden mindestens acht Journalisten zeitweise inhaftiert, darunter Charlie Skelton, der für den britischen „Guardian“ mit einem Schuß Humor von dem illustren „Meeting“ berichten sollte. Nachdem er am Vortag der Konferenz nur ein Landschaftsfoto geschossen hatte, wurde er schon verhaftet und mußte einige Stunden auf der Wache verbringen; nach seiner Entlassung war er weiterhin ständiger Verfolgung und Beschattung durch mehr oder weniger „unauffällige“ Polizisten und Sicherheitskräfte ausgesetzt. In einer ganzen Serie vermittelte der Reporter im „Guardian“ ein lebendiges Bild vom Ausmaß der Einschüchterung und Drangsalierung, das er in Griechenland erleben mußte. Von ähnlichen Erfahrungen können Beobachter vergangener Bilderberg-Treffen ebenfalls ein Lied singen.

Aus Deutschland standen letztes Jahr auf der Teilnehmerliste: Roland Koch (hessischer Ministerpräsident), Eckart von Klaeden (außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU), Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Thomas Enders (Airbus-Vorsitzender), Peter Löscher (Siemens-Vorsitzender) und Matthias Nass (stellvertretender Chefredakteur der „Zeit“). Ackermann, von Klaeden und Nass waren bereits 2008 in Virginia (USA) dabei.

Nach den offiziellen Verlautbarungen werden auf den Bilderberg-Konferenzen keine Beschlüsse gefaßt oder Empfehlungen abgegeben. Also alles ganz harmlos? Oder wirkt der Einfluß Bilderbergs ganz einfach über andere Kanäle? Bilderberg-Ehrenvorsitzender und Vizechef des belgischen Energieriesen „Suez-Tractebel“ Etienne Davignon brüstete sich erst im März 2009 gegenüber dem „EUobserver“ damit, daß die Einführung des Euro detailliert im Bilderberg-Kreise diskutiert und vorgeplant wurde. Bilderberg-Kenner Andreas von Rétyi nennt die Konferenz im spanischen La Toja 1989 als Ausgangspunkt: „Auf diesem spanischen Treffen deuteten sich bereits erste Anzeichen für eine neue Währung an, die 1999 augenscheinlich zur besseren Akzeptanz zunächst als Buchgeld eingeführt und dann 2002 auch als Bargeld in Umlauf gebracht wurde.“

So ganz folgenlos scheinen also die alljährlichen Bilderberg-Kaffeekränzchen doch nicht zu sein. Und überall da, wo sich Mächtige und Einflußreiche hinter verschlossenen Türen treffen, um – fernab demokratischer Legitimierung – politische Weichen zu stellen, die ihnen selber nutzen, aber den Völkern schaden, lohnt ein genaueres Hinschauen. Auch dieses Jahr in Spanien.

Deutsche-Stimme

 
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